Neuer Teilnehmer Rekord beim 16. Kampfsport Workshop des 1. JC Bürstadt

Bürstadt, 05. April 2014

Neuer Teilnehmer Rekord beim 16. Kampfsport Workshop des 1. JC Bürstadt

Mit neuen Eindrücken aus der italienischen Kampfkunst „Triminigno System Paranza Corta“ eröffnete Referent Raffaele Bisceglia am Samstag dem 05.04. den 16. Kampfsport Workshop beim 1. Judo Club Bürstadt. Die Ursprünge der Kampfkunst gehen nach Angaben des Dozenten auf einen Ritterorden des 14. Jahrhundert zurück. Entsprechend ihrer Wurzeln wird bei der vorgestellten Kampfkunst der „Ritter der Demut“ mit sogenannten italienischen Fechtmessern gearbeitet, wobei die ca. 40 cm langen, sehr schlanken Fechtmesser im sportlichen Bereich durch Trommelstock ähnliche Trainingsmesser ersetzt werden. Entsprechend versportlicht zeigte der Dozent dann auch zunächst Angriffs- und Verteidigungstechniken die beim duellieren im heutigen Wettkampfsport angewandt werden können. Zur Mitte der Unterrichtseinheit wechselte Raffaele Bisceglia vom Wettkampfsport zur System basierenden Selbstverteidigung, was den 40 Teilnehmern aufgrund ihrer jeweiligen Kampfsportausrichtung sichtbar näher lag.

In der zweiten Trainingseinheit stellte Jörg Astor dem wie immer Kampfsportarten übergreifenden Teilnehmerfeld die von den Philippinen stammende Kampfkunst Pekiti Tirsa Kali vor. „Gegenüber anderen gängigen Stilrichtungen hat sich diese Kampfsportart auf den Umgang mit Klingenwaffen spezialisiert“, erklärte der Referent als ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen philippinischen Kampfkünsten. „Aus den Bewegungsformen im Umgang mit dem Messer werden letztlich auch die Verteidigungsmuster für die waffenlose Selbstverteidigung abgeleitet“, so der Referent weiter. Entsprechend methodisch unterrichtete Jörg Astor zunächst auch grundlegende Schnitt- und Stichbewegungen mit dem Messer, die er nach kurzem Training in einen Trainingsdrill mit stetig wiederkehrendem Muster überführte. Nach ausgiebigem Training des Drills wurde dieser dann in die waffenlose Verteidigungsform gegen mit Messer bewaffnete Angriffe überführt, womit neben der körperlichen Übungsform auch die Methodik des Pekiti Tirsa Kali schlüssig zu Ende gebracht wurde.

Ebenfalls den philippinischen Kampfkünsten hat sich die Gruppierung Filipino Fighting Arts verschrieben, der der dritte Referent des Tages, Markus Klemm angehört. Dieser stellte im Rahmen seiner Trainingseinheit die historische begründete Trainingsform „Espada y Daga“ vor. „Diese mit Kurzschwert und Dolch ausgeübte Kampfform wurde Ende des 16 Jahrhunderts durch die spanischen Invasoren auf die Philippinen gebracht zu deren Standard Ausrüstung diese beiden Waffen gehörten“, gab der Referent als kurz gefassten historischen Hintergrund zum Besten.

Für den Großteil der Teilnehmer ungewohnt, galt es im Rahmen des Trainings zunächst die beiden Waffen in koordiniertem Einklang unter Berücksichtigung ihrer Eigenschaften zu bewegen. Die hierfür mitgebrachte Übungsform wurde mit zunehmender Trainingsdauer durch den Referenten immer weiter ausgebaut, so dass am Ende der Übungsform eine einigermaßen koordinierte Handhabung der mitgebrachten Trainingswaffen möglich war. Zum Abschluss der Trainingseinheit stellte Markus Klemm Anwendungsformen vor bei denen die Basisschule zur Verteidigung gegen Schwert- und Dolchangriffe eingesetzt wurden.

Zur abschließenden vierten Trainingseinheit des Tages durfte sich der Organisator Klaus Schmidt über den neuen Teilnehmerrekord freuen. Entsprechend motiviert begrüßte er zu seiner Trainingseinheit „Modern Arnis“ bereits bekannte Sportkameraden so wie neu hinzugekommenen Sportler aus neu erschlossenen Vereinen und Kampfschulen.

„ In Abgrenzung zu den anderen Trainingseinheiten möchte ich heute einen Trainingsdrill unterrichten, der sich vollkommen auf die waffenlose Verteidigung von Messerangriffen konzentriert“, führte der beim 1. Judo Club Bürstadt als Vereinstrainer aktive Referent in sein Thema ein. Basierend auf einem standardisierten Blockverhalten mussten die Verteidiger sich dementsprechend mit zunehmender Dauer des Trainings immer komplexer werdenden Angriffsmuster entgegen stellen.

Die Resonanz auf den 16 Kampfsport Workshop war durch die Bank positiv, wodurch sich das Lehrgangskonzept zur Freude des Organisators wieder einmal bestätigte. Die 17 Veranstaltung dieser Reihe ist entsprechend bereits in Planung.

Foto: Eiko Woesner und Timmy Ochse

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